Deutschland hilft beim Aufbau von Atomkraftwerken in Brasilien

Derzeit wird in Brasilien diskutiert, ob das Land noch mehr Atomkraftwerke benötigt. Die Debatte im Parlament wird dabei immer hitziger. Weil das Land bisher über 80 % seines Energiebedarfes über die Wind- und Wasserkraft gedeckt hat, ist es sehr anfällig für Wetterschwankungen. Genau dies bemerken die Brasilianer derzeit. Es fällt immer weniger Regen, sodass immer weniger Wasser in den Flüssen fließt. Und auch der Wind weht immer unregelmäßiger. Abhilfe soll nun die Atomkraft bieten. Auch mit Hilfe aus Deutschland und mit Technik made in Germany.

 

Das Atomabkommen, das vor ein paar Jahren zwischen Brasilien und Deutschland geschlossen wurde, wurde nun verlängert. Die Bundesregierung will damit Brasiliens Pläne in Bezug auf den Ausbau der Atomkraft fördern und Nachdruck verleihen. Außerdem sieht sie Chancen und mögliche Gewinne für die hiesige Industrie. Das Know-how aus Deutschland wird überall hoch angesehen. Dies lassen sich deutsche Konzerne natürlich ordentlich vergüten. Vor allem beim Bau der sicherheitstechnischen Anlagen sind wir führend auf dem Weltmarkt und können den Brasilianern damit sehr viel weiterhelfen.

 

Die Forderung der brasilianischen Bevölkerung nach besserer und konstanter Stromversorgung wird immer deutlicher. Gerade die kleinen Unternehmen, die extrem auf eine stabile Stromversorgung angewiesen sind, fordern den Ausbau der Atomkraftwerke. Dies tun sie vor allem deswegen, weil die Stromversorgung in Brasilien sehr unregelmäßig ist. Das Land ist zu 80 % auf Wasserkraft angewiesen. In Trockenperioden fließt kein Wasser und daher werden auch die Generatoren der Wasserkraftwerke nicht angetrieben.

 

Natürlich gibt es aber auch Gegner dieser Bewegung. Diese sind vor allem Aktivisten und Umweltschützer. So hat er Greenpeace schon vor den Folgen dieser Pläne gewarnt. So kann es laut Greenpeace zu ähnlichen Katastrophen kommen wie in Japan in Fukushima.

 

Aus diesem Grund plant die Regierung in Brasilien auch den Ausbau der Solarenergie. Aber auch weitere konventionelle und biologische Methoden der Stromgewinnung werden in Brasilien vorangetrieben. Die wichtigste Methode der Energiegewinnung durch biologische Methoden ist derzeit die Biomasse. Hierbei werden zum Beispiel Stroh, Zuckerrüben und Getreide in speziellen Kraftwerken verbrannt. Aus diesem Prozess entsteht Energie oder wahlweise Kraftstoff. Diese Methoden sind zwar nicht so effizient und kostengünstig wie die Atomkraft, bergen aber weniger Risiken. Durch Subventionen und Förderungen werden Biomasse- und Bioethanolanlagen aber immer lukrativer. Auch bewirken Gesetze, die die Beimischung von Bioethanol zu Benzin und Super vorschreiben, die Verschiebung von Interessen in Richtung der Biomasse. So will man sich nach und nach von konventionellen Energieträgern loslösen und die nachwachsenden Energieträger fördern.

 

So ist es nicht verwunderlich, dass in Brasilien derzeit der größte Solarpark der Welt entsteht. An diesem Projekt nehmen viele Baukonzern teil. Der Bau soll in den nächsten Jahren abgeschlossen sein. Wenn alles nach Plan geht wird die Anlage genug Energie produzieren, um damit zehn Millionen Brasilianer mit Energie zu versorgen. Durch die Klimaveränderung entsteht aber ein gewisses Risiko, dass in Zukunft die Sonne in dieser Region nicht mehr so stark scheint wie zur Zeit der Planung. Dennoch hat man am Bau festgehalten und geht die Risiken ein.